Ein Ring für Selbstliebe

"Amina, zum letzten Mal: wir alle waren mit deiner Leistung wirklich zufrieden!" Silvia brüllte fast. "Destruktiv ist nur deine Einstellung dir selbst gegenüber. Ich hab genug davon, mir deine Selbstbeschimpfungen anzuhören." Sie setzte sich und fuhr mit ruhiger Stimme fort: "Hör mal, ich arbeite gern mit dir zusammen, aber so kann es nicht weitergehen. Ich hab dir einen Ring mitgebracht, den trägst du am Daumen deiner linken Hand, und zwar jeden Tag. Versprichst du mir das? In vier Wochen, bei unserer nächsten Produktion, erzählst du mir, ob sich was verändert hat."

Doch das war gar nicht nötig. "Sagt mal, was ist denn mit Amina passiert?", fragte Astrid, als sie nach der nächsten erfolgreichen Produktion bei Tee und Kuchen zusammensaßen und auf Amina warteten, die nachzukommen versprochen hatte. "Habt ihr ihre neue Frisur bemerkt? Wann hat sie sich von ihren traurigen Zotteln getrennt?" "Ja, außerdem war sie richtig gut drauf heute," setzte Veronika fort. „Silvia -- du siehst sie doch am häufigsten. Hat sie sich verliebt?" Silvia lächelte still vor sich hin. "Ja und nein -- wie man es nimmt", meinte sie geheimnisvoll. "Ich glaube, sie hat einfach nur zu sich selber gefunden."